Betrifft: Mehrwertsteuer -Ermäßigung Wir werden die Senkung der Mehrwertsteuer nicht an die Kunden weitergeben ! Unsere Gründe: Im Schnitt bedeutet die Mehrwertsteuer-Senkung für eine*n Kund*in im Weltladen eine Ersparnis von 30 Cent bei einem Warenwert von 15 € pro Einkauf (was der tatsächlichen durchschnittlichen Bonsumme in einem Weltladen entspricht). Wir zweifeln daran, dass diese geringe Ersparnis den Konsum im Weltladen nennenswert steigern würde oder die Kund*innen merklich entlastet – dem eigentlichen Zweck dieser Maßnahme der Bundesregierung. Aber die vielen kleinen Beiträge können in der Summe einen großen Unterschied für die Produzent*innen machen. Die Corona-Krise hat die ganze Welt erfasst. Unsere Handelspartner im globalen Süden können in dieser schwierigen Situation in der Regel nicht auf Rettungsschirme, Zuschüsse oder Steuersenkungen ihrer Regierungen hoffen. Fairer Handel ist solidarischer Handel und wir sind der Auffassung, dass wir als Weltladen-Bewegung mit der Aktion einen wichtigen Beitrag zur globalen Solidarität leisten können. Wir stärken unsere Partner und damit gleichzeitig unsere eigene Lieferkette, als Grundlage des Fairen Handels, der uns in seiner Wirkung überzeugt. Wir können damit öffentlich zeigen, dass wir auch in dieser Krisensituation anders wirtschaften und die unterstützen, die es am Nötigsten haben und gleichzeitig am wenigsten unterstützt werden. Daher hoffen wir auf eine breite Beteiligung von möglichst vielen Weltläden! Wir werden die Steuersenkungen nicht über niedrigere Preise an die Kund*innen weitergeben sondern die aktuellen Verkaufspreise beibehalten und die zusätzlichen Einnahmen von ca. 2 % dazu verwenden, in schwierigen Zeiten die eigene Lieferkette des Fairen Handels zu unterstützen. Die Gelder werden auf einem separaten Konto gesammelt, das der Weltladen-Dachverband noch einrichten wird.
Zeitungsrtikel zur Veröffentlichung
Aus aktuellem Anlass:
Venus trifft die Erde und sagt: „Mensch, du siehst aber schlecht aus !“ Darauf die Erde: „Ich habe mir homo sapiens eingefangen“ Venus tröstet: „Das geht vorbei !“
63075 Offenbach Langstr.62 Organisationen des Fairen Handel stehen mit der „aktion fairwertsteuer“ fest an der Seite ihrer Partner Die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen auch den Fairen Handel hart. Am schwersten betroffen sind die Produzenten weltweit, von denen viele um ihre Existenz fürchten müssen. Weltläden, Fair-Handels-Unternehmen und andere Organisationen des Fairen Handels zeigen große Solidarität und unterstützen ihre Partner bei der Bewältigung der Krise. „Abstand halten!“ ist das Gebot der Stunde. Doch im Fairen Handel arbeiten derzeit alle Partner noch enger zusammen, um die Corona-Krise zu bewältigen. „Viele Produzenten des Fairen Handels in Afrika, Asien und Lateinamerika leiden enorm unter den Auswirkungen der Coronakrise“, sagt Ursula Suchan vom Weltladen Offenbach. Sie beschreibt die Situation in vielen Ländern, aus denen der Weltladen seine Waren bezieht: „Werkstätten sind geschlossen, Ware kann nicht ausgeliefert werden und Ausgangssperren verhindern, dass Mitarbeitende zur Arbeit fahren. Vor allem kleinere Organisationen stehen vor dem Ruin. Einige haben Produktionsmittel verkauft, um die notleidende Belegschaft mit Lebensmitteln unterstützen zu können. Viele Lager sind leer und die Organisationen haben keine Mittel zur Beschaffung von Rohwaren, um die Produktion wieder aufnehmen zu können.“ Am Ende der fairen Lieferkette stehen die Weltläden. Mit viel Engagement halten die überwiegend ehrenamtlich Mitarbeitenden die Läden offen und schaffen so einen Absatzmarkt für die Waren der Handelspartner. Dank unserer treuen Kundschaft und unserem ehrgeizigen Teams sind wir bisher gut durch die Coronakrise gekommen. Mit der aktion #fairwertsteuer zeigen auch Weltläden und ihre Kundschaft ihre internationale Solidarität. Denn seit Juli 2020 geben viele Weltläden die Mehrwertsteuer-Absenkung nicht an die Kundschaft weiter, sondern zahlen die Einsparung in einen Fonds, der Fair-Handels-Produzenten im Globalen Süden zugutekommt. Bis Anfang Dezember konnte der Weltladen-Dachverband so mehr als 150.000 Euro einsammeln. „Der Bedarf an finanzieller Unterstützung ist nach wie vor enorm und wir freuen uns über die große Bereitschaft der Weltläden und ihrer Kundschaft, die Produzentenpartner über die „aktion #fairwertsteuer“ zu stärken“, so Steffen Weber vom Weltladen-Dachverband.